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BRL saniert Krankenhausträger ViaSalus in Rekordzeit

Beim Krankenhausträger Katharina Kasper ViaSalus GmbH (ViaSalus) steht nur fünf Monate nach dem Insolvenzantrag das Eigenverwaltungsverfahren vor dem erfolgreichen Abschluss: Auf ihrer gestrigen Versammlung haben die Gläubiger der ViaSalus den Insolvenzplan zur Sanierung des Unternehmens ohne Gegenstimme bestätigt. Damit ist der Weg frei für die baldige Aufhebung des Insolvenzverfahrens. Die Zustimmung der Gläubiger ist zudem eine deutliche Bestätigung für den Sanierungskurs der beiden Generalbevollmächtigten Stefan Denkhaus und Friedemann Schade, beide Partner der Kanzlei BRL BOEGE ROHDE LUEBBEHUESEN. Im Verfahren wird eine hundertprozentige Befriedigung aller Gläubiger erreicht.

Schade und Denkhaus hatten das Eigenverwaltungsverfahren vorbereitet und sind seit dem Insolvenzantrag im Januar als Generalbevollmächtigte für die Steuerung und Koordinierung des Sanierungsverfahrens verantwortlich. Die beiden Sanierungsexperten aus Berlin bzw. Hamburg waren in dem Verfahren mit einem Team von über 20 weiteren Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern ihrer Kanzlei tätig. Mit an Bord waren unter anderem der Corporate- und M&A-Spezialist Dominik Demisch, Insolvenzsteuerrechtler Victor von dem Bussche, Arbeitsrechtler Alexander Oberreit sowie der Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Friedrich von Kaltenborn-Stachau.

„Nach der heutigen Zustimmung der Gläubiger zum Insolvenzplan kann das Insolvenzgericht das Insolvenzverfahren über ViaSalus nach einer Rekordzeit von nur sechs Monaten wieder aufheben“, unterstrich Stefan Denkhaus gestern nach Ende der Gläubigerversammlung. Friedemann Schade fügte hinzu: „Der Insolvenzplan sorgt zudem für eine hundertprozentige Befriedigung aller Insolvenzgläubiger.“ Dies gelingt in Insolvenzverfahren so gut wie nie.

Die ViaSalus GmbH mit Sitz in Dernbach (Westerwald) beschäftigt über 3.000 Arbeitnehmer und betreibt 5 Krankenhäuser, 13 Seniorenzentren und eine Reihe weiterer Gesundheits- und Sozialeinrichtungen in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Im Verlauf des Eigenverwaltungsverfahrens haben die Sanierer alle Einrichtungen des Unternehmens fortgeführt, ohne dass eine Betriebsstätte geschlossen werden musste. Neben der Bestellung der beiden Generalbevollmächtigten hatte das Unternehmen mit der Einleitung des Eigenverwaltungsverfahrens die Geschäftsführung mit dem bisherigen Geschäftsführer der Katharina Kasper Holding GmbH, Manfred Sunderhaus, neu geordnet und massiv gestrafft. Zudem war neben dem BRL Team der Sanierungsexperte und Arzt Dr. Reinhard Wichels von „wmc Healthcare“ zum Sanierungsgeschäftsführer bestellt. Gemeinsam haben die Sanierungsteams unter der Aufsicht des Sachwalters Dr. Rainer Eckert in den Folgemonaten für alle Krankenhäuser Sanierungskonzepte entwickelt, die danach im Rahmen der Eigenverwaltung umgesetzt wurden. Auf diesem Wege wurden in der Eigenverwaltung die Grundlagen für einen erfolgreichen Investoreneinstieg geschaffen.

Zentraler Bestandteil des nun von den Gläubigern einstimmig angenommenen Insolvenzplans ist eine Investorenvereinbarung mit der katholischen Alexianer Gruppe. Diese sieht vor, dass sich die Alexianer mit einem Anteil von zunächst zehn Prozent an ViaSalus beteiligen und dem Unternehmen zugleich Finanzmittel in beträchtlicher Höhe zur Verfügung stellen. Über die weiteren Einzelheiten des Vertrages ist Stillschweigen vereinbart worden. Die Entscheidung für einen Einstieg der Alexianer ist bereits Mitte Mai getroffen worden. Sie war das Ergebnis eines Investorenprozesses, den das BRL-Team und Wichels parallel zu der Fortführung und Sanierung des Unternehmens während der Eigenverwaltung durchgeführt hatten. Durch den Einstieg der Alexianer muss ViaSalus mit Ausnahme des Frankfurter St. Elisabethen-Krankenhauses keine Klinik verkaufen. Zudem können die 13 Seniorenzentren, zwei Medizinische Versorgungszentren und alle anderen ViaSalus-Einrichtungen im Unternehmen bleiben.

Die Alexianer sind ein bedeutender Träger der Gesundheits- und Sozialwirtschaft mit rd. 15.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mehr als einer Mrd. Euro. Die Unternehmensgruppe betreibt zahlreiche Einrichtungen im Sozial- und Gesundheitsbereich.

Die Katharina Kasper ViaSalus GmbH hatte Ende Januar 2019 eine Sanierung in Eigenverwaltung begonnen. Die Neuaufstellung von ViaSalus war aufgrund anhaltender wirtschaftlicher Defizite an mehreren Krankenhausstandorten erforderlich geworden. Da das Unternehmen frühzeitig selbst tätig geworden war und genügend Handlungsspielraum für eine Lösung bestand, hatte das zuständige Insolvenzgericht in Montabaur einem vorläufigen Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zugestimmt und auch im eröffneten Insolvenzverfahren die Eigenverwaltung angeordnet. Als vorläufiger Sachwalter und seit Verfahrenseröffnung als Sachwalter ist vom Insolvenzgericht der Rechtsanwalt Dr. Rainer Eckert von der Kanzlei Eckert Rechtsanwälte eingesetzt worden. Ihm obliegt bis zur Aufhebung des Insolvenzverfahrens die Überwachung und Kontrolle der Eigenverwaltung. Auch Eckert war in dem Verfahren mit einem mehrköpfigen Team engagiert.

„Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Teams von BRL, WMC und Sachwalter hat hervorragend funktioniert“, betonte Friedemann Schade. „Wenn – wie hier – alle Teams reibungslos zusammenarbeiten, kann moderne Unternehmenssanierung auch in solch schwierigen und hochkomplexen Fällen gelingen.“ Stefan Denkhaus ergänzte: „Wir möchten uns bei wmc und dem Sachwalter für die sehr gute Zusammenarbeit bedanken, ohne die dieser Erfolg für die Gläubiger nicht möglich gewesen wäre.“

Von Insolvenz nicht betroffen sind die ViaSalus Holding-Gesellschaft „Katharina Kasper Holding GmbH“ sowie die ViaSalus-Schwestergesellschaft „Katharina Kasper ViaNobis GmbH“. Gleiches gilt für die anderen Teile der „Dernbacher Gruppe Katharina Kasper“.

Von Seiten BRL BOEGE ROHDE LUEBBEHUESEN waren im Verfahren tätig:

  • Friedemann Schade (operativer Generalbevollmächtigter; Berlin)
  • Stefan Denkhaus (Generalbevollmächtigter für Verkauf & Insolvenzplan; Hamburg)
  • Dominik Demisch (Federführung Corporate/M&A; Hamburg)
  • Ilja Schneider (Corporate/M&A; Hamburg)
  • Friedrich von Kaltenborn-Stachau (Insolvenzrecht; Hannover)
  • Alexander Oberreit (Arbeitsrecht; Hamburg)
  • Victor von dem Bussche (Steuern; Hamburg)
  • Dr. Niels Meyer-Sandberg (Steuern; Hamburg)
  • Dr. Christian Kahle (Öffentliches Recht; Hamburg)
  • Mathias Münch (Baurecht, Berlin)
  • Thorben Langhinrichs (Insolvenzrecht, Hamburg)
  • Fiona Schmidt (Insolvenzrecht, Berlin)
  • Dr. Max Lipsky (Corporate, Hamburg)
  • Dorthe Severitt (Immobilienrecht, Hamburg)
  • Dr. Michael Watzl (Corporate, Hamburg)
  • Michael Busch (Corporate, Hamburg)
  • Nathalie Mohr (Corporate/M&A, Hamburg)
  • Julian Reinhard (Arbeitsrecht, Hamburg)
  • Nadine Wunderlich (Steuern, Hamburg)
  • Christiane Steffen(Steuern, Hamburg)
  • Dr. Aaron Kindich (Steuern, Hamburg)
  • Christian Handke (Steuern, Hamburg)
  • Henrike Martin (Öffentliches Recht, Hamburg)

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